Ohne „La chanson des vieux amants” wäre vor ca. 12 Jahren vielleicht nicht die Idee entstanden auf Brel-Forschungsreise zu gehen und es wäre dann wohl nicht zu einem Zusammentreffen mit drei außergewöhnlich guten Musikern gekommen die bereit waren sich anstecken zu lassen und dann hätte sehr wahrscheinlich keine Theaterproduktion namens „Doch davon nicht genug Dirk Schäfer singt Jacques Brel” am 9. Oktober 1999 am Schauspielhaus Kiel Premiere gehabt und schon gar nicht würde dieser Abend nach über 80 Vorstellungen weiterhin zu sehen sein Kein Karsten Schnack würde Akkordeon kein Wolfram Nerlich Kontrabaß und kein Ferdinand von Seebach den Flügel spielen und kein Dirk Schäfer hätte die meisten Texte neu übersetzt Regie geführt gespielt oder gesungen Ohne Jacques Brel seine bedingungslose Aufrichtigkeit seine überall überfließende Zärtlichkeit seine wütenden scharfen Attacken seinen herzzerreißenden Humor seine Selbstironie sein Bekenntnis zu den eigenen Widersprüchen seinen lust- und hingebungsvollen Versuch ein kompromißloses Leben zu führen ohne eben genau diesen Brel würde ich wohl kaum auf den verschiedensten Bühnen versuchen so jemanden neu zu erfinden weil mir in dieser Welt genau solche Geschichten Gedanken und Figuren fehlen „Oui” „Non” So sieht's aus |