Dirk Schäfer singt Jacques Brel . Doch davon nicht genug


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„Ich habe mal einen Jagdleoparden gestreichelt…“
Liebesbriefwechsel zwischen George Bernard Shaw und seiner Freundin, der Schauspielerin Stella Patrick Campbell.




TangO.Und Piaf
Dirk Schäfer Dirk Schäfer

„Ich habe mal
einen Jagdleoparden gestreichelt…“

Liebesbriefwechsel zwischen George Bernard Shaw und seiner Freundin, der Schauspielerin Stella Patrick Campbell.
Gelesen und interpretiert von der Regisseurin der Wiesbadener Inszenierungen „My Fair Lady“ und „Kiss me, Kate“ Iris Gerath-Prein und Dirk Schäfer.

Mit diesem Abend hatte das Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden seine Saison 2010/11 eröffnet.

Vor 60 Jahren starb der große Dramatiker und Intellektuelle George Bernard Shaw, dessen Bühnenstücke bis heute gespielt werden und aus dessen Stück „Pygmalion“ die Grundlage für den Welterfolg „My Fair Lady“ legte. Der Briefwechsel zwischen dem Dramatiker George Bernard Shaw und seiner Freundin, der Schauspielerin Stella B. Patrick Campbell begann 1899 und endete 1939 ein Jahr vor dem Tod von Mrs. Campbell.

Über 40 Jahre konnten und wollten diese beiden außerordentlichen Menschen und Künstler nicht voneinander lassen. Statt eines gemeinsamen Kindes hinterließen die beiden diesen vor Lust, Vitalität, Erotik, Aggression, Zärtlichkeit, Trauer, Grausamkeit, Witz und Genie strotzenden Briefwechsel, der sie zu Lebzeiten aneinander band und um dessen „Sorgerecht“ sie sich später leidenschaftlich stritten.

In der gemeinsamen Arbeit am Wiesbadener Staatstheater in der Inszenierung “My Fair Lady“ ((Wiederaufnahme in der jetzt vierten Spielzeit am 17. Dezember 2011), die sich stark an Shaws Vorlage „Pygmalion“ orientierte, entwickelten die Regisseurin Iris Gerath-Prein und der Schauspieler Dirk Schäfer – Prof. Higgins in „My Fair Lady“ – die Idee, die Liebesbriefe von George Bernard Shaw – kurz G.B.S. – und Stella Patrick Campbell – kurz Mrs. Pat – neu zu bearbeiten. Aus hunderten von Briefen erstellten sie eine Fassung, die versucht sich dem Kern dieses besonders leidenschaftlichen und auch tragikomischen Liebesreigens zu nähern. Dabei legen sie einen Schwerpunkt auf die Shaw´schen Hauptfiguren aus „Pygmalion“: Eliza Doolittle und Prof. Henry Higgins.

Wie Higgins versuchte Shaw, Mrs. Campbell als Schauspielerin und als Mensch nach seiner Vorstellung neu zu erschaffen, und wie Eliza verfiel Mrs. Campbell dem charismatischen Dramatiker ohne dabei sich selbst zu verlieren.– G.B.S. hatte die Rolle für Mrs. Pat geschrieben und sie spielte sie trotz ihrer damals 49 Jahre bei der Uraufführung in England und auch noch lange danach. Man meets woman – aber mehr noch Dramatiker trifft Schauspielerin, kleiner Junge die weibliche Gottheit, Künstler seine Muse, Schülerin den Lehrer, Königin ihren Finanzminister, Gottvater die Lieblings-Tochter und in all dem: Genie trifft Genia –

die Begegnung eines literarischen Giganten, eines intellektuellen Riesen mit einer Frau, die ihm auf Augenhöhe zu begegnen verstand, die ihm gewachsen war an Kraft der Persönlichkeit, an Witz und Schärfe des Geistes - ein Feuer, das über 40 Jahre lang brannte, sprühte, verzehrte, glimmte und hell leuchtete und ein Abend, der einen Blick wirft in die Abgründe einer Beziehung, die einem Hochseilakt glich und deren Schmerz und Glück, Erfüllung und Nicht-Erfüllung zu jeder Zeit gleicherweise möglich und unmöglich war.

Lesen Sie die Kritik
vom Wiesbadener Tageblatt...


Alle Fotos © Sven Gebert
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